Google, in letzter Zeit ja vor allem wegen des neuen Webbrowsers Chrome, in der Presse steht schon seit längerer Zeit in der Kritik von Datenschützern, dieser Artikel soll nun nochmal kurz die verschiedenen Kritikpunkte zusammenfassen und Gegenmaßnahmen aufzeigen.
1.Google hat, gerade im deutschen Internet, eine Monopolstellung bei Suchanfragen.In Deutschland laufen 90% davon direkt über Google. Dies führt zu mehren Problemen:
1.1 Google hat dadurch ein unglaubliches Wissen, denn was die Menschen bei Google suchen, dass interessiert sie. Google kann also zumindest in einigen Bereichen Trends sehr genau vorhersagen. Suchen heute viele Menschen nach “Mp3-Player mit Satellitenempfang”, dann wollen diese wohl ein derartiges Gerät besitzen und von dieser neuen Nachfrage weiß erstmal nur Google und kann dieses Wissen dann nach Belieben einsetzen.
1.2.Die Website die bei Google nicht erscheint, existiert nicht. Die meisten Menschen wählen Suchergebnisse aus den ersten 10 Treffern aus. Wenn Google nun einen Online-Shop bei bestimmten Suchbegriffen, über die er häufig gefunden wird, von, sagen wir, Position 10 (immer noch Seite 1), auf Position 11 (Seite 2) verlegt, so wird dieser viele Kunden verlieren, da er einfach nicht mehr wahrgenommen wird. Andersrum funktioniert es natürlich genauso, Google könnte also auch ein beliebiges Unternehmen von Position 11 auf 10 hieven und ihm damit zu wesentlich mehr Kunden verhelfen. Natürlich ist das nicht nur mit Unternehmen möglich, sondern auch mit politischen Websites…
1.3. Google kann sich ein sehr genaues Bild von den Suchern machen. Die meisten Menschen löschen ihre Cookies nicht und so kann Google über mehrere Monate, ja Jahre Suchanfragen verfolgen und einer bestimmten Person/einem bestimmten PC zuordnen. Eine namentliche Zuordnung ist zwar nur möqlich, wenn man bei irgendeinem Google-Service (Googlemail, iGoogle, Calendar, Scholar, Orkut, AdSense,…) registriert ist, aber das sind inzwischen ja sehr viele Menschen. Damit ist Google in der Lage bei vielen Menschen Suchanfragen über einen längeren Zeitraum einer bestimmten Person zuzuordnen. Von Terminen (Calendar), Mails (GoogleMail) und Freunden (GoogleMail, Orkut, GoogleTalk) mal ganz abgesehen, aber dazu später.
Erstmal zur Erfassung vieler Bewegungen im WorldWideWeb durch zwei andere, sehr mächtige Google-Werkzeuge:
2. AdSense und Google-Analytics.
EIn Großteil aller Werbungen auf Websites wird von Google geschaltet, klickt man auf eine, weiß Google nicht nur für welche Werbung man sich interessiert, sondern auch auf welcher Website man gerade war. Und es hat dabei gerade auch noch Geld verdient. GoogleAnalytics hingegen ist ein kostenloses Analysetool für Betreiber von Websites, dass die Auswertung der Besucherströme durch ausführliche Statistiken ermöglicht. Dazu werden alle “nötigen” Daten an einen Google-Server übertragen und dort ausgewertet. Darunter auch die IP des Besuchers. GoogleAnalytics ist inzwischen weitverbreitet, etwa 18 % aller deutschen Websites setzen, (weitere Quelle), GoogleAnalytics und/oder Adsense ein, wobei der Wert ansteigt, je populärer die Seiten sind, die man betrachtet! Google kann also nicht nur sagen, was die Leute gerade gesucht haben und welche Seiten sie von Google aus aufgerufen haben, nein es kann auch oft feststellen, welche Seiten jemand aufruft, ohne, dass er Google überhaupt benutzt hat. GoogleAnalytics registriert aber nicht nur das Aufrufen der Seite durch den Benutzer, sondern, als Analysetool, auch woher der Benutzer kommt und seine Bewegungen auf der Seite selber. Was er zuerst anklickt, wo er wie lange bleibt, welches die letzte Seite ist, die er aufruft und ob er die Seite über einen Link auf der Seite verlässt, womit Google schon die nächste Seite kennt, die der Benutzer aufruft.
Google weiß also schon viel, auch ohne, dass der Benutzer viel dafür macht. Und die restlichen Informationen liefern die User dann selber über die praktischen Angebote von Google:
3.Die Google-Dienste:
Man verschickt seine Mails über GoogleMail, die übrigens , um dann persönliche Werbung schalten zu können, plant seine Termine über GoogleCalendar und seine Anfahrt mit GoogleMaps. GoogleDesktop hilft einem bei der Suche auf dem eigenen Computer und GoogleHealth verwaltet in den USA schon die Patientenakten einiger Krankenhäuser. Beim sozialen Netzwerk Orkut gibt man dann noch mit seinen 150 Freunden an und man chattet über GTalk mit all seinen Bekannten. Und diese Informationen gibt man Google absolut freiwillig, ohne jeden Zwang! Kaum einer wird wohl alle Dienste benutzen, aber einen oder zwei hat wohl jeder von uns schon mal verwendet!
Ich habe das auf diesem Blog schon mehrfach gesagt und ich sage es jetzt nochmal: Ich weiß nicht, ob Google alle diese Daten zusammenführt und ich weiß auch nicht, iob es diese Daten missbraucht. Im Moment würde ich das sogar noch fast verneinen, aber die Versuchung wird irgendwann einfach zu groß sein! Google ist vielleicht nicht böse, aber es ist eben auch nicht “gut”, sondern ein ganz normales börsennotiertes Unternehmen, dass am Ende des Jahres einen schönen Gewinn haben will und gleichzeitig irgendwann in der Lage sein will, den Leuten zu sagen, welchen Beruf sie ergreifen sollen. Die obigen Kritikpunkte sind auch nur der einige der Wichtigsten, da gibt es durchaus noch einiges mehr…
Links zum Artikel:
-Gegenmaßnahmen
Weiterführende Links:
-c’t-Artikel über Google als Datenkrake
-Zukunftsmusik für Onlinespieler
-allgemeiner Artikel zur Problematik











